A 96 Lindau - München

Hochbrücke Memmingen



Aktuelles

Derzeit wird das südliche Teilbauwerk umgebaut, sodass der komplette Verkehr in beiden Fahrtrichtungen über die südliche Fahrbahn laufen kann. So stehen den Verkehrsteilnehmern während der Baumaßnahme auf der nördlichen Fahrbahn in einer verengten Baustellenverkehrsführungn weiterhin jeweils zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung. Die Umbauarbeiten werden bis Mai 2021 andauern.

Im Anschluss daran wird das nördliche Teilbauwerk abgebrochen und mit den Bauarbeiten des Ersatzneubaus begonnen.



Lage & Verkehrsbedeutung


Die Bundesautobahn A 96 Lindau - München beginnt in Lindau am Bodensee an der Bun-desgrenze zu Österreich und endet in München mit der Anschlussstelle (AS) München-Sendling.

Die Stadt Memmingen liegt am Autobahnkreuz der A 96 mit der Bundesautobahn A 7, welche eine wichtige Verbindungsachse in Nord-Süd-Richtung repräsentiert.

Im Bereich zwischen dem Autobahnkreuz (AK) Memmingen und der Anschlussstelle (AS) Memmingen-Ost verläuft die A 96 direkt durch den nördlichen Stadtbereich von Memmingen. In diesem Streckenabschnitt liegt das Bauwerk (BW) 66/1 „Hochbrücke Memmingen“, das aus zwei Teilbauwerken - einem südlichen und einem nördlichen - besteht und die Gemeindestraße „Eisenburger Straße“ mit parallelverlaufendem Rad- und Gehweg, die Memminger Ach, den Stadtpark Memmingen, die innerörtliche Straße „In der Neuen Welt“ sowie zwei jeweils eingleisige Bahnstrecken, Strecke 5400 Neu-Ulm - Kempten und Strecke 5360 Buchloe - Memmingen, überspannt.





Planerische Vorgeschichte


Das nördliche Teilbauwerk der Hochbrücke Memmingen wurde im Jahr 1982 im Zuge der Bundesstraße B 18 erstellt, die Anfang der 1990er Jahre in der Autobahn A 96 aufgegangen ist. Im Zuge dieses Ausbaus wurde im Jahr 1991 zusätzlich das südliche Teilbauwerk fertig-gestellt, um die A96 vierspurig ausbilden zu können. Im Laufe der Zeit ergaben sich Verkehrsentwicklungen, die zur Planung der Lärmschutzanlagen der nachträglichen Lärmvorsorge Memmingen - Amendingen führten.
Mit Planfeststellungsbeschluss vom 28.10.2015 hat die Regierung von Schwaben die Genehmigung für den Bau der nachträglichen Lärmvorsorgemaßnahmen Memmingen - Amendingen erteilt. Die darin planfestgestellten Lärmschutzanlagen umfassen auch den Bereich der „Hochbrücke Memmingen“ mit Anordnung von 4,0 m hohen Lärmschutzwänden auf dem ca. 365 m langen Bauwerk. Im Zuge der Bauvorbereitung haben statische Nachweise jedoch ergeben, dass nur das südliche Teilbauwerk (Richtungsfahrbahn München) in der Lage ist, die zusätzlichen Lasten der Lärmschutzwände aufzunehmen. Das nördliche Teilbauwerk der Hochbrücke (Richtungsfahrbahn Lindau) weist statische Defizite auf, die in der Abwägung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Entscheidung für den Abriss mit anschließendem Ersatzneubau führten. Die Maßnahme des Ersatzneubaus des nördlichen Teilbauwerks der Hochbrücke Memmingen dient letztlich dazu, das Baurecht für den Lückenschluss in den zwischenzeitlich hergestellten Lärmschutzanlagen Memmingen - Amendingen mit Behandlung aller durch den Brückenneubau berührten Belange herzustellen.
Die Baumaßnahme umfasst des Weiteren streckenbauliche Anpassungsmaßnahmen nord-östlich der Hochbrücke, einschl. der Verbreiterung der Unterführung der Ortsstraße „Am Vogelsbrunnen“. Zusätzlich wir eine neues Absetz- und Regenrückhaltebecken errichtet.



Umbau Teilbauwerk Süd


Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs auf jeweils 2 Fahrstreifen je Richtung ohne Spurwegnahme wird während des Abbruchs und Neubaus des nördlichen Teilbauwerks eine sogenannte (4+0) Verkehrsführung mit versetztem Fahren auf der Richtungsfahrbahn München eingerichtet. D.h., dass der gesamte öffentliche Verkehr auf dem südlichen Überbau abgewickelt wird.
Wegen der zu geringen Bauwerksbreite, ist eine 4-spurige Verkehrsführung ohne Umbaumaßnahmen auf dem südlichen Überbau nicht möglich.
Dazu ist es erforderlich, vorab auf dem südlichen Überbau durch Rückbau von Schrammborden und Kappen, die Fahrbahn von aktuell 10,00 m Breite zwischen den Borden, bauzeitlich auf das dafür notwendige Mindestmaß von 11,50 m zu verbreitern. Der Überbau wird in den ersten Bauphasen hierfür umgebaut. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Mai 2021 andauern. Danach kann mit dem Abbruch und anschließend mit den Bauarbeiten zum Ersatzneubau des nördlichen Teilbauwerkes begonnen werden.
Nach Fertigstellung des Ersatzneubaus im Jahr 2023, wird das für die bauzeitliche Verkehrsführung umgebaute südliche Teilbauwerk für den Endzustand, inklusive der 4m hohen Lärmschutzwände, hergerichtet. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im 2. Quartal des Jahres 2024 abgeschlossen sein.



Abbruch und Ersatzneubau des nördlichen Teilbauwerks


Der Verkehr in Fahrtrichtung Lindau wird vom nördlichen Teilbauwerk auf das südliche Teilbauwerk verlegt (4+0) Verkehrsführung. Der Abbruch beginnt mit dem Entfernen des Fahrbahnbelages, der Schutzeinrichtungen und der Bauwerkskappen. Im Anschluss daran wird der Überbau abgebrochen. Im Bereich der Bahnstrecken erfolgt der Abbruch in vorhandenen nächtlichen Zugpausen.
Nach dem Abbruch der alten Unterbauten und dem somit freigewordenen Baufeld kann mit dem Neubau der Unterbauten (Gründung, Pfeiler und Widerlager) begonnen werden. Die Pfeiler und Widerlager werden auf bis zu 35 m langen Bohrpfählen tiefgegründet. Der Überbau wird auf einem Traggerüst hergestellt. Dabei werden die beiden ersten Felder im Bahnbereich in überhöhter Lage fertig hergestellt, vorgespannt und anschließend in die Endlage abgesenkt. Alle weiteren Überbauabschnitte werden feldweise in Endlage auf einem Traggerüst betoniert.
Im Interesse einer zukunftsfähigen Lösung wurde das neu zu errichtende Teilbauwerk mit einem breiteren und den gültigen Richtlinien entsprechenden Querschnitt geplant, damit spätere 4+0-Verkehrsführungen über das Bauwerk im Fall von künftigen Sanierungsarbeiten möglich sind und Umleitungsverkehre durch den Stadtbereich vermieden werden.
Das neue nördliche Teilbauwerk orientiert sich mit den Stützweiten und den Konstruktionshöhen nicht am Bestand. Das Stützenraster wird zwischen den Randfeldern vergrößert. Durch die Vergrößerung der Stützweite reduziert sich die Anzahl der Felder von 14 auf 11.
Der Überbau des neuen Teilbauwerks besteht aus einem 2-stegigen Spannbeton Plattenbalkenquerschnitt mit veränderlicher Konstruktionshöhe, die bis zu 2,20 m beträgt. Es werden optisch ansprechende Pfeilerformen gewählt. Die Pfeiler werden je Auflagerachse als zwei in Brückenquerrichtung geneigte Pfeilerstreben mit achteckigem Querschnitt hergestellt, die im oberen Bereich durch ein Stahlzugband verbunden sind.



Weitere Bauaktivitäten


Die Fahrbahnen des nördlichen und südlichen Teilbauwerks entwässern im Bestand ungedrosselt in den örtlichen Vorfluter, den Neuwelter Bach. Im Zuge des Neubaus des nördlichen Teilbauwerks der Hochbrücke Memmingen wird es notwendig, das anfallende Straßenoberflächenwasser über ein kombiniertes Absetz- und Regenrückhaltebecken zu reinigen und gedrosselt in den Vorfluter Memminger Ach einzuleiten.
Hierfür wird ein Regenrückhaltebecken mit integriertem Absetzbecken als Durchlaufbecken errichtet. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten und Forderungen aus dem Landschaftsschutz, wird das Becken als geschlossener runder Stahlbetonbehälter unterirdisch im nordwestlichen Bereich der Hochbrücke hergestellt.
Da der Ersatzneubau der Hochbrücke Memmingen 2 m breiter als das Bestandsbauwerk ausgebildet wird, ist nordöstlich des Bauwerks der Straßendamm zu verbreitern. In diesem Abschnitt befindet sich ein weiteres Unterführungsbauwerk, welches in diesem Zuge ebenfalls angepasst werden muss.