B 15neu Regensburg (A 93) - Landshut (A 92) - Rosenheim (A 8)

Bedeutung der B 15

Die B 15 verbindet die Räume und Oberzentren Regensburg, Landshut und Rosenheim und damit die Regierungsbezirke Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern. Die B 15 verknüpft zentral in Nord-Süd-Richtung die querlaufenden Autobahnen A 93, A 92, A 94 und A 8 und erschließt damit den zwischen den Autobahnen liegenden ländlichen Raum.

Die Fertigstellung der B 15neu bis zum Anschluss an die A 92 östlich von Landshut wird für das Jahr 2019 angestrebt. Gleichzeitig wird auch von Süden her die Westumfahrung Rosenheim zügig weitergebaut.

Defizite der bestehenden B 15 - Handlungsbedarf

Auf der bestehenden B 15 werden für die Fahrstrecke von Landshut nach Rosenheim Fahrzeiten von fast 2 Stunden für rund 100 km benötigt. Die Ursache liegt in den vielen Ortsdurchfahrten, der teilweise unübersichtlichen Streckenführung, den wenigen Überholmöglichkeiten und den vielen Einmündungen und Zufahrten an der bestehenden Bundesstraße. Wegen der langen Fahrzeiten weicht der Verkehr häufig über die Autobahnen A 92, A 9, A 99 und A 8 aus. Diese Strecke ist zwar wesentlich länger, aber zeitlich erheblich kürzer, so dass unnötige und umweltbelastende Verlagerungsverkehre entstehen.

Bisherige Planungen

Seit über 40 Jahren wird an einer durchgehenden Bundesstraße B 15neu zwischen Regensburg und Rosenheim geplant. Der nördliche Abschnitt zwischen Regensburg und Landshut ist weitgehend fertig gestellt.
Für den südlichen Abschnitt zwischen der A 92 und der A 8 bei Rosenheim wurde in den 70’er Jahren ein Raumordnungsverfahren durchgeführt, bei dem eine raumverträgliche Linienführung gefunden wurde.

Anfang Februar 2014 wurden für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes die Projektunterlagen für die B 15neu von Landshut bis Rosenheim an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)zur Bewertung übermittelt. Die dabei angemeldete "Platzhaltertrasse" hat zu sehr kontroversen Diskussionen geführt. Auch eine im Nachgang untersuchte Linienführung einer B 15neu im Korridor der bestehenden B 15 wurde sehr kritisch gesehen. Deutlich wurde jedoch bei allen Diskussionen, dass die bestehende Situation südlich der A 92 nicht unverändert bleiben kann.

Beschluss Ministerrat und Bestätigung durch Bayerischen Landtag

Aus diesen Gründen hat sich der Ministerrat am 03.02.2015 mit der B 15neu befasst und hat folgenden Beschluss gefasst:


  1. Völlig unbestritten ist der bereits bis Ergoldsbach fertiggestellte und im Bau befindliche Abschnitt bis zur A 92 bei Essenbach. Die Fertigstellung ist bis 2019 angestrebt.

  2. Die Fortführung soll durch die Ost-Süd-Umgehung von Landshut unter Anbindung der Umgehung an die B 299 und die B 15alt erfolgen (eine Fahrspur je Fahrtrichtung zwischen B 299 und B 15alt).

  3. Südlich der B 12 bei Haag soll die Fortführung auf der Bestandstrasse inklusive der Ortsumgehung Rosenheim bis zum Anschluss an die A 8 erfolgen. Die Raumordnungstrasse soll in diesem Bereich nicht mehr weiterverfolgt werden.

  4. Die östlich verlaufende Anmeldetrasse in den Landkreisen Landshut und Mühldorf soll zurück genommen werden. Auch die jüngst ins Gespräch gebrachte Trasse westlich der bestehenden B 15 soll nicht weiterverfolgt werden.

  5. Zur Sicherstellung einer leistungsfähigen Verkehrserschließung zwischen Landshut und der B12/A 94 soll eine Anmeldung zweier alternativer Trassen zum Bundesverkehrswegeplan 2015 (BVWP) für eine ergebnisoffene und gleichgewichtige Bewertung erfolgen: zum einen für den Ausbau der Bestandstrasse B 15alt mit Ortsumfahrungen und zum anderen für die ursprünglich raumgeordnete Trasse B 15neu als Korridoranmeldung.



Dieser Beschluss hat in der Sitzung des Bayerischen Landtags am 11.02.2015 mit den Stimmen von CSU, SPD und Freien Wählern eine breite parlamentarische Unterstützung gefunden.

Weitere Schritte zur Umsetzung des Ministerratsbeschlusses

Oberstes Ziel ist jetzt eine schnelle planerische Umsetzung der Ost-Süd-Umfahrung von Landshut, damit ihr Bau zeitlich möglichst nahtlos an die für 2019 geplante Fertigstellung der B 15neu bis zur A 92 von Regensburg kommend anschließen kann.

Zur Umsetzung des Ministerratsbeschluss wurden statt der ursprünglichen Anmeldetrasse, die entsprechend dem o.g. Ministerratsbeschluss zurückgezogen wurde, zwei Alternativlösungen beim BMVI nachgemeldet, die beide an die Ost-Süd-Umfahrung von Landshut kommend anknüpfen.

Alternativlösung 1
Neubautrasse im Raumordnungskorridor zwischen Landshut und Haag, die grundsätzlich dem Verlauf der bisherigen Raumordnungslinie folgt. Verschiebungen ergeben sich lediglich bei Landshut wegen der erforderlichen Einbindung in die angestrebte Ost-Süd-Umfahrung und im Bereich des Isentals, wo der Eingriff in das dortige FFH-Gebiet durch eine modifizierte Linienführung minimiert wird.

Karte Raumordnungskorridor (niedrige Auflösung rd. 7 MB)
Karte Raumordnungskorridor (hohe Auflösung rd. 20 MB)

Alternativlösung 2
Leistungsfähiger Ausbau der bestehenden B 15 mit Ortsumfahrungen. Für den BVWP wurde dazu im Anschluss an die Ost-Süd-Umfahrung von Landshut Platzhaltertrassen für die Umfahrungen von Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang angemeldet. Der bei dieser Alternative ebenfalls erforderlich Ausbau der zwischenörtlichen Teilstrecken wird - wie generell auch bei anderen Ausbauten - im BVWP nicht behandelt, so dass dafür keine Anmeldeunterlagen vorzulegen waren.

Karte Bestandsausbau mit Ortsumfahrungen (niedrige Auflösung rd. 7 MB)
Karte Bestandsausbau mit Ortsumfahrungen (hohe Auflösung rd. 20 MB)


Das Anmeldekonzept mit den beiden Alternativlösungen wurde allen betroffenen Bürgermeistern in Abstimmung mit den Landräten in den Landkreisen Landshut, Erding und Mühldorf vorgestellt.

Bei beiden Anmeldtrassen handelt es sich dem Verfahrensstand entsprechend naturgemäß nur um Platzhalterlinien, die noch in keiner Weise öffentlich ausdiskutiert oder mit den Betroffenen abgestimmt sind.

Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut im Zuge der B 15neu

Um die Planung für die Ost-Süd-Umfahrung im notwendigen breiten öffentlichen Dialog zu entwickeln wurde ein "Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut im Zuge der B 15neu" eingerichtet. Dazu eingeladen wurden die landes- und bundespolitischen Mandatsträger im Raum Landshut, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, sowie Vertreter der wichtigsten Verbände und der repräsentativen Interessengruppen. Die Aufgabe des Dialogforums ist die Planung zu begleiten und die richtungsweisenden Entscheidungen und Sachverhalte zu beraten und Empfehlungen für die jeweiligen Entscheidungsträger auszusprechen. Für die Planungs- und Untersuchungsarbeiten selbst wurde eine gemeinsame Projektgruppe mit Mitarbeitern des Staatlichen Bauamtes Landshut, der Autobahndirektion Südbayern sowie aus den Bauverwaltungen von Stadt und Landkreis gebildet. Die Projektgruppe koordiniert alle Projektarbeiten nach den Vorgaben der Leitung des Dialogforums, steuert das Gesamtprojekt, führt den unmittelbaren Planungsdialog mit den Kommunen und den Betroffenen und bereitet Empfehlungsbeschlüsse des Dialogforums vor.